Bewegungsübungen

Neben der Kappzaumarbeit gibt es natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, die richtige Muskulatur zu trainieren.

Je nach „Problem“ eignen sich Leckerli-Übungen, um Dehnung zu trainieren, aktive und passive Übungen mit Terra Bändern, die Arbeit mit einem Körperband um Vor-und Hinterhand besser miteinander zu verbinden oder die Arbeit mit Balance Pads.
Bewegungsübungen

Körperbänder oder Körperbandagen, können helfen Verspannungen zu lösen. Sie trainieren die Propriozeption. Das sind kleine Rezeptoren an den Muskelzellen, die für Wahrnehmung von Körperlage und -bewegung im Raum zuständig sind. Sie können helfen, Das Gefühl für die Verbindung zwischen Körperteilen wiederherzustellen und die Zwischenrippenmuskulatur sowie verspannte Bauchmuskeln zu lockern. Dazu wird eine Bandage in Form einer acht um den Pferdekörper gelegt. Sie wirkt nicht aktiv stützend, sondern liegt nur locker an, um die Rezeptoren zu reizen. (Bestehen die Ursachen allerdings weiterhin, kommt die Verspannung nach einiger Zeit zurück).

Nach dem Anlegen der Bandage ist manchen Pferden anzusehen, dass sie in tiefe innere Denkprozesse verfallen. Sie beginnen nach wenigen Minuten zu entspannen, teilweise durch den kompletten Körper hindurch. Pferde, die nicht sofort darauf reagieren, kann man im Schritt führen, so dass Sie die Berührung besser wahrnehmen können.

Die Balance Pads wurden von der amerikanischen Tellington-Lehrerin Wendy Mordock für Pferde entdeckt und erstmals 2015 auf der Equitana in Deutschland vorgestellt. Die beweglichen Pads aus Schaumstoff sind in unterschiedlichen Festigkeiten erhältlich (Firma TerraBand) und dienen in der Humantherapie zum Stabilisieren von Knie- und Sprunggelenken. Mittlerweile gibt es die Pads auch speziell für Pferde. Die Oberfläche wurde verändert, so dass Sie auch Hufeisen standhält.

Wenn man das Pferd mit einem oder mehreren Hufen auf diese Pads stellt, kann es ebenfalls den Tieren beim Spannungsabbau im Körper helfen. Sie lösen festgesetzte Muster auf körperlicher und teilweise auch auf emotionaler Ebene. Das Pferd soll freiwillig auf den Pads stehen; niemals länger, als es von sich aus anbietet. Deshalb wird es für das Stehen auf den Pads auch nicht mit Futter belohnt, damit das Pferd sich nicht zu viel zumutet. Auch wenn das Stehen auf den Pads „nach nichts aussieht“ – es ist sehr anstrengend. Die kleinen Haltemuskeln rund um alle Gelenke der Beine und Wirbelsäule müssen hart arbeiten. Die Propriorezeporen werden durch die minimalen Gewichtsverlagerungen des Körpers auf den weichen Pads sehr beansprucht. Das Pferd wird so lange auf dem Pad gelassen, wie es dies von selbst anbietet. Im Anschluss wird das Pferd ein paar Runden geführt, um sich an das neue Körpergefühl zu gewöhnen. Wir können dabei feststellen, ob es erfolgreich war, indem wir das Gangbild analysieren. (Das wird natürlich vor Beginn der Technik ebenfalls getan, damit man einen Ist-Zustand aufnehmen kann).

Zunächst wird nur mit einem Pad gearbeitet, nach ein paar Tagen kann ein zweites hinzugenommen werden. Entweder beide Vorder- oder beide Hinterbeine werden auf die Pads gestellt. Die gleichseitigen Beine bzw. die Diagonale ist deutlich schwieriger, kann aber nach einiger Zeit auch geübt werden.

Die Arbeit mit den Pads eignen sich für alle Pferde. Wenn ein Pferd aus Verletzungsgründen stehen muss, kann es mit den Pads trotzdem gelockert und „durchbewegt“ werden, ohne überfordert zu werden. Pferde mit Verspannungen sowie Pferde mit atrophierter Muskulatur (also zu wenig), profitieren von der Methode.