Massage fürs Pferd

Gerne massiere ich Ihr Pferd. Sie können aber auch lernen, wie Sie Ihrem Pferd mit einer Massage etwas Gutes tun können. Mit etwas Übung sind auch Sie sicher in der Lage, kleinere Verspannungen zu lösen und Ihr Pferd zu lockern. Außerdem können Sie durch die Massage die Beziehung zu Ihrem Pferd verbessern.

Klassische Massage
Die Klassische Massage ist einerseits technisch und mechanisch, aber sie enthält auch viele psychologische und energetische Aspekte. Man kann eine Massage also als Handwerk oder ganzheitlich betrachten. Die ganzheitliche Variante ist das, was ich bevorzuge.

Der Ort der Behandlung muss sinnvoll gewählt werden. Um das Pferd muss viel Raum sein. Die Box ist nur bedingt geeignet. Die Reithalle geht manchmal auch oder das Pferd steht frei in der Herde. Das Pferd muss sich massieren lassen wollen. Sorgen Sie für Ruhe, damit das Pferd entspannen kann – keine kleinen Kinder oder andere Tiere in der Nähe und vielleicht nicht gerade zur Fütterungszeit.

Das Pferd darf bei der Massage nie angebunden werden. Es muss zeigen können, ob ihm die Behandlung gefällt oder nicht. Dann kann auch ein Laie dem Pferd dabei nicht schaden, wenn er auf das Pferd achtet. Halten Sie den Strick selbst fest und lassen Sie Ihr Pferd von jemandem halten oder lassen Sie es frei stehen, wenn das bei Ihnen sicher möglich ist.

Die Einstellung „das Pferd muss funktionieren“ ist bei einer Massage natürlich kontraproduktiv. Das Pferd soll sich sogar bewegen, um dem Therapeuten Schmerz oder Entspannung zu zeigen.

Wann darf ein Pferd nicht massiert werden?

Kontraindikationen sind:

  • Entzündungen (akut) – zeigen sich durch
    • Hitze
    • Rötung
    • eingeschränkte Funktion
    • Schwellung
    • Schmerz
      Es müssen nicht immer alle Symptome auftreten! Es befinden sich Keime im Körper und dieser kämpft dagegen an. Bei einer Massage werden die Keime noch weiter im Körper verteilt.
  • Fieber
  • Jede Art von Medikamentengabe
  • Mit dem Tierarzt absprechen: Schmerzempfindlichkeit wird verfälscht. Achtung auch bei Teufelskralle, Ingwer, Traumeel oder homöopathischer Behandlung.

  • Bei chronischen Erkrankungen ist Massage möglich und sinnvoll
  • Trächtigkeit in den ersten Monaten? Abort möglich! (Humanbereich)
  • Herzprobleme
    Warnhinweise: wenig durchblutete Schleimhäute, Atmung, Schwitzen, dicke Beine
  • Krebs
  • Ekzeme
  • Ihr Pferd sollte bei Massage nicht nass sein: Haarfolikelentzündung möglich!

Wenn während einer Massage das Pferd plötzlich schneller atmet oder schwitzt – sofort aufhören! Das Pferd kann einen Kreislaufkollaps bekommen.

Massagegriffe kann man in Variationen, Druckstärke und Geschwindigkeit unterscheiden. Sie müssen genau auf dieses Pferd und diesen Muskel abgestimmt sein.

Lernen nach Gefühl!
Um ein Pferd gut massieren zu können, muss man Fühlen lernen. Wie ist der Zustand unter meinen Fingern? Dazu muss man viele Pferde anfassen, um das beurteilen zu lernen. Verzweiflen Sie also nicht, wenn Sie am Anfang das Gefühl haben, nichts fühlen zu können.

Wir beginnen mit Streichungen. Sie sind sehr wichtig für den Transport von Flüssigkeiten und man fühlt die Unterschiede in der Muskulatur. Zuerst streicht man das Pferd sanft ab: Oberflächlich, ohne Druck, leicht und langsam: ebene Fläche oder holperig?

Dann nochmal mit etwas mehr Druck: Ist das Fleisch elastisch? Zu weich? Zu hart? Optimal? Der Muskel sollte gummiartig sein.

Und dann noch einmal Langsam mit viel Druck um punktuelle Unebenheiten zu fühlen (Myogelosen, drahtig?).

Fühlt sich die Fläche holprig an? Dann ist der ganze Muskel verspannt. Es eignen sich die Massagegriffe Knetung, Drückung, Friktion, Klopfung, Harkengriff und natürlich immer wieder Streichungen, um die Verspannungen zu lösen.

Fühlt sich die Fläche glatt an? Dann ist sie wahrscheinlich gut bemuskelt und gesund.

Fühlt sich die Fläche weich an? Dann ist der Muskel zu schwach: Drückungen, Schüttelungen und der Harkengriff sind dann geeignet.

Wenn die Fläche zu hart/fest ist, sind Schüttelungen, Zirkelungen, Vibrationen, Friktionen, Peitschungen, Hackungen, Klopfungen geeignet, also alles, was die Durchblutung fördert.

Massagegriffe

Streichungen
Sie werden zu Beginn der Massage und zwischen jedem neuen Massagegriff angewendet. Zu Beginn wird das Pferd drei mal am ganzen Körper abgestrichen. Das erste Mal sanft, zur Kontaktaufnahme, dann um sich ein Bild von der Muskulatur zu verschaffen (Palpation) und ein drittes Mal zur Massage, mit deutlich mehr Druck und Tempovariationen. Hierbei muss immer rhythmisch gearbeitet werden. Dieser Griff fördert den Stofftransport. Es darf nie in die Beine hineingestrichen werden!

Durchblutungsfördernd:
Klopfungen: Mit hohlen Händen wird gleichmäßig auf große Muskelgruppen geklopft.
Reibungen: Mit den mittleren Fingerknochen wird im Faserverlauf gerieben.
Hackungen: Mit den Handkanten wird rhythmisch auf große Muskelpartien geklopft-
Peitschungen: Wie Hackungen, nur mit offenen, lockeren Fingern
Trommelungen: Mit den Fäusten wird rhythmisch auf große Muskelpartien geklopft.

Anregend, beruhigt Nerven:
Harkengriff: Mit geöffneten Fingern wird der Muskel „geharkt“.
Vibrationen: Mit viel Druck und leichten Vibrationen werden Verspannungen bis in tiefe Muskelschichten gelockert. Die Hand wir auf den Muskel gedrückt und dann damit vibriert.
Schüttelungen: An gut anfassbaren Muskelsträngen wird mit einer oder beiden Händen angefasst und der Muskel geschüttelt. (Unterhals, Mähnenkamm, Rückseite Hinterbein)

Fasern lösend:
Drückungen: Mit Finger, Hand oder Ellenbogen wird auf die verspannte Stelle Druck ausgeübt, bis der Muskel entspannt.
Knetungen: Der zu behandelnde Muskel wird geknetet. (Achtung, eventuell sehr schmerzhaft! Auf die Reaktion des Pferdes achten!).
Zirkelungen: es wird recht punktuell Druck ausgeübt, aber nicht starr auf einer Stelle, sondern die Finger werden im Kreis bewegt (Achtung, eventuell sehr schmerzhaft! Auf die Reaktion des Pferdes achten!).
Friktionen: quer zum Faserverlauf des Muskels wird der Muskel erst zwischen Zeigefinger und Daumen gespannt und dann mit dem Daumen die Verspannung „rausgestrichen“. (Achtung, eventuell sehr schmerzhaft! Auf die Reaktion des Pferdes achten!)

Dehnend:
Folgende Massagetechniken wirken dehnend:
Streichungen, Drückungen, Knetungen, Hobelgriff, Harkengriff.

Warm-up Massage:
Eine Warm-up Massage dient dazu, Flüssigkeiten in Bewegung zu bringen, die Durchblutung zu fördern, Nerven anzuregen.

Dehnung = Streichungen, schnell mit viel Druck, um die Muskulatur vor dem Reiten warm zu massieren. Fasern und Zellwände verkleben dann nicht so schnell (Verspannungen), weil schon mehr Flüssigkeiten unterwegs sind. Griffe: Streichungen, Klopfungen, Hackungen, Peitschungen, Schüttelungen

Was will ich reiten? Je nachdem unterscheiden sich die Warm-up Massagen:

Lange, schnelle Ritte: Dehnung

Versammlung: Durchblutung fördern.

Cool-down Massage:
Sie dient dazu, Stoffe abtransportieren. Dazu verwendet man Streichungen, löst einzelne Verspannungen durch Drückungen oder Zirkelungen, dehnend massieren.